Infraray BICS 4.1 Release: Features und Verbesserungen

Blog-Artikel·4 min
carsten-braune.jpeg
Carsten Braune
Senior Consultant
Follow me for more content

Nachdem das letzte Release primär strukturelle Verbesserungen im Hintergrund enthielt, freuen wir uns, mit BICS 4.1 ein vollständig funktionsorientiertes Update vorzustellen. Dieses Release adressiert konkrete Kundenanforderungen und erweitert BICS an zahlreichen Stellen um neue, unmittelbar nutzbare Features. Zu den zentralen Neuerungen gehören die neue Layer-3-Topologie, vollständige IPv6-Unterstützung sowie die erweiterte HTTP-API-Kommunikation für das Gerätemanagement. Darüber hinaus verbessern zahlreiche Optimierungen die Systemstabilität, die SNMP-Verarbeitung, die Performance und die Sicherheit, wodurch Infraray BICS in modernen Netzwerkumgebungen noch effizienter und zuverlässiger arbeitet.

Netzwerkvisualisierung

Layer-3 Topologie

Die neue Layer-3-Topologie verschafft Netzwerkteams einen vollständigen Überblick über Routing-Beziehungen und IP-Transportpfade innerhalb der Infrastruktur. Sie verbindet Layer-2-Konnektivität mit Layer-3-Routing, zeigt den logischen Datenfluss über Router und Verbindungen hinweg und unterstützt Ingenieure dabei, Engpässe, Routingprobleme oder Fehlkonfigurationen schnell zu erkennen.

Layer-3-Topology View

  • Aufrufbar über die Aktion „Open Layer-3 Topology“ für jeden Ordner oder jedes Set.

  • Zeigt alle Router im gewählten Bereich sowie deren zugehörige Transportnetze.

  • Tooltipps zeigen detaillierte Informationen zu angeschlossenen Geräten und Interfaces.

  • Ein Doppelklick auf ein Transportnetz öffnet die Routing-Ansicht zwischen den verbundenen Routern.

  • Erkannte Endpoint-Netze werden mit einem blauen Symbol markiert; ein Doppelklick zeigt eine detaillierte Liste der zugehörigen Endpunkte und Geräte.

Routing View

Der Routing View visualisiert den vollständigen Datenpfad zwischen Geräten und hilft dabei, den Netzwerkverkehr transparent nachzuvollziehen.

  • Verfügbar für alle Inventory Devices und Endpoints über die Aktion „Open Routing View“.

  • Unterstützt die Angabe von einem oder zwei Netzwerkgeräten; bei Auswahl eines Geräts öffnet sich ein Dialog zur Wahl des Zielgeräts.

Grafische Visualisierung: Darstellung aller Geräte und Verbindungen entlang der Route.

  • Zeigt Layer-2-Segmente bis zum ersten Router auf beiden Seiten, anschließend Layer-3-Routingpfade.

  • Layer-2-Elemente können ausgeblendet werden, um die Layer-3-Route klarer darzustellen.

Tabellarische Darstellung: Listet alle Geräte entlang der Route inklusive Interface-Details und aktuellen Betriebszuständen (z. B. Geschwindigkeit, Status, Fehleranzahl).

IP Addressen und Routing

Vollständige IPv6 Unterstützung

Infraray BICS bietet nun vollständige IPv6-Unterstützung für IP-Adress- und Routing-Management und erweitert damit Transparenz und Kontrolle über klassische IPv4-Netzwerke hinaus. Netzwerkadministratoren können IPv6-fähige Geräte, Interfaces und Routingpfade nahtlos erkennen, analysieren und visualisieren – parallel zu bestehender IPv4-Infrastruktur.

Da Dual-Stack-Umgebungen zunehmend Standard werden, stellt diese Erweiterung sicher, dass sowohl IPv4- als auch IPv6-Daten gesammelt, korreliert und in einer einheitlichen Ansicht dargestellt werden – was Fehleranalyse, Planung und Migration deutlich erleichtert.

IP-Adress-Tabellen:

  • Infraray BICS liest sowohl die klassische ipAddrTable (IPv4) als auch die moderne ipAddressTable (IPv4 und IPv6).

  • Die Daten werden zu einer vollständigen, einheitlichen IP-Adressübersicht zusammengeführt.

Routing-Tabellen:

  • Zusätzlich zur ipRouteTable verarbeitet Infraray BICS nun auch ipCidrRouteTable sowie inetCidrRouteTable.

  • Dadurch werden auch IPv6-Routen vollständig erkannt und abgebildet.

Diese Erweiterung ermöglicht vollständige Transparenz in modernen Hybridnetzwerken und stellt die Betriebssicherheit für IPv6-orientierte Infrastrukturen sicher.

Geräteintegration

HTTP-API-Anbindung

Infraray BICS unterstützt nun die Kommunikation und Verwaltung über standardisierte HTTP-APIs und erweitert damit die Kompatibilität mit modernen Netzwerkgeräten und Betriebssystemen.

Da immer mehr Hersteller SNMP für Konfiguration und Monitoring aufgeben, passt sich Infraray BICS diesem Wandel an und integriert sich direkt über HTTP-basierte Schnittstellen. Dadurch lassen sich Geräte verwalten, die SNMP nicht mehr für Lese- oder Schreiboperationen unterstützen.

Diese neue Fähigkeit umfasst bereits Plattformen wie HP Aruba OS und stellt sicher, dass Infraray BICS für moderne, API-getriebene Netzwerklandschaften gerüstet ist.

Identifizieren von Geräten

Gerätesuche mittels Port Informationen

Infraray BICS ermöglicht es Administratoren nun, Geräte anhand von Portinformationen zu suchen, was die Lokalisierung von Geräten erleichtert, die bestimmten Kunden, Diensten oder Netzwerkfunktionen zugeordnet sind.

Suchkriterien:

  • Interface-Alias (ifAlias) – häufig zur Kennzeichnung von Ports mit Kunden- oder Verbindungsinformationen verwendet.

  • Port Notes – manuell hinterlegte Anmerkungen für individuelle Identifikation.

Diese Funktion unterstützt den operativen Alltag und hilft Teams, relevante Geräte schneller zu finden und clientbezogene Verbindungen effizienter zu verwalten.

Event & Alarm Aktion

HTTP Request

Event & Alarm Actions unterstützen nun einen neuen Aktionstyp „HTTP Request“, der flexible Integrationen mit externen Systemen ermöglicht. Konfigurationen umfassen HTTP-Methoden (GET, PUT, POST, DELETE), URLs, Request-Bodies (für PUT/POST) sowie benutzerdefinierte Header.

Optional kann ein Objekttyp (Gerät, Endpoint, Verbindung) angegeben werden, um zusätzliche Platzhalter für Textparameter verfügbar zu machen.

Aus Sicherheitsgründen werden sensible Headerfelder wie Authorization, Cookie, Set-Cookie und Proxy-Authorization in Datenbankeinträgen und Exportdateien verschlüsselt gespeichert.

Netzwerk Management

Gerätemanagement

Neue gerätespezifische Detailansichten

Zusätzliche Detailansichten wurden für Fortinet-Switches, Ubiquiti Access Points, ABB-USV-Geräte und InduSol-Switches eingeführt. Diese spezifischen Ansichten erleichtern die Verwaltung dieser Gerätetypen.

Erweiterte Geräteerkennung

Infraray BICS erkennt nun weitere Gerätemodelle, darunter neue Cisco-Produkte und Palo Alto Firewalls. Die Erkennung basiert auf SysOID- und modellspezifischen Informationen.

Sicherer Zugriff

SSH Key Authentifizierung für CLI

Infraray BICS unterstützt jetzt die SSH-Schlüsselbasierte Authentifizierung für den CLI-Zugriff und bietet damit eine sicherere und komfortablere Alternative zu passwortbasierten Logins.

Administratoren können den neuen Protokolltyp „SSH with Private Key“ direkt in der WebGUI wählen und SSH-Identitäten über einen integrierten Dialog verwalten. Dies vereinfacht die Zugangskontrolle, erhöht die Sicherheit und entspricht modernen Best Practices für Unternehmensnetzwerke.

Zusätzliche Features and Verbesserungen

Darüber hinaus enthält dieses Release eine Vielzahl weiterer Erweiterungen und Optimierungen, welche die Bedienbarkeit verbessert, die Effizienz erhöht und Infraray BICS insgesamt robuster und anwenderfreundlicher macht.

Autor

carsten-braune.jpeg
Carsten Braune
Senior Consultant

Carsten Braune ist Presales Consultant bei Infraray und verfügt über umfassende Erfahrung in der Softwareentwicklung sowie in der technischen Beratung. Durch seine langjährige Tätigkeit in Entwicklung, IT-Consulting und Presales vereint er tiefes technische Know-how mit einem ausgeprägten Verständnis für Kundenanforderungen.
Mit seinem Hintergrund in Wirtschaftsinformatik und seiner Expertise in komplexen IT-Infrastrukturen unterstützt er Unternehmen dabei, passgenaue Lösungen zu evaluieren und deren Mehrwert klar zu erkennen.

Weitere Ressourcen

Success Story

Anwenderbericht: Industriegigant entdeckt 200.000 Netzwerk-Endpunkte an einem Tag

Lesen Sie das Whitepaper und erfahren Sie, wie Infraray BICS einem Industriegiganten dabei hilft, 260.000 Endpunkte schnell zu erkennen und die Netzwerküberwachung zu optimieren.
Blog-Artikel
blog-5-best-enterprise-automation-schedulers.png

Die 5 besten Enterprise-Automation-Plattformen im Jahr 2026

Die Steuerung geschäftskritischer Workloads über hybride IT-Landschaften, Cloud-Plattformen und gewachsene Legacy-Systeme hinweg war noch nie so anspruchsvoll wie heute. Und Fehler sind teuer. Wenn Sie mit BMC Control-M, Broadcom Automic oder einem vergleichbaren Scheduler arbeiten und mit steigenden Lizenzkosten, unzureichendem Support oder begrenzter Skalierbarkeit konfrontiert sind, stehen Sie damit nicht allein. Dieser Leitfaden stellt die fünf führenden Enterprise-Automation-Plattformen im Jahr 2026 vor und unterstützt Sie bei einer fundierten Entscheidungsfindung.
Blog-Artikel
What Is IT Operations Management?

Was ist SAP Orchestration?

SAP Orchestration ist ein Grundpfeiler für moderne Unternehmen, die komplexe, hybride IT-Landschaften verwalten. Es strafft, plant und orchestriert IT-Prozesse und überbrückt die wachsende Vielfalt von SAP- und Nicht-SAP-Plattformen.