TISAX-Anforderungen in der Automobilindustrie: Ihr Weg zur erfolgreichen Zertifizierung

Blog-Artikel·6 min
Beta Systems Mitarbeiter Phillip Paul
Phillip Paul
Product Manager

Das Wichtigste auf einen Blick

  • TISAX ist für Zulieferer in der Automobilindustrie Pflicht und Voraussetzung für den Zugang zur Lieferkette – ohne Zertifizierung droht der Ausschluss vom Markt.

  • Entscheidend für das Audit sind ein funktionierendes ISMS, klare Zugriffskontrollen und eine lückenlose Dokumentation aller Berechtigungen.

  • Gerade im Mittelstand sind strukturierte Prozesse und Automatisierung der Schlüssel, um Aufwand, Kosten und Komplexität beherrschbar zu halten.

  • Moderne IGA-Lösungen wie Garancy unterstützen bei der revisionssicheren Umsetzung, automatisieren Berechtigungsprozesse und erleichtern das Audit erheblich.

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Für viele kleine und mittelständische Unternehmen in der Automobilindustrie ist TISAX längst zur Eintrittskarte in die Lieferkette der OEMs geworden – nicht nur als Pflicht, sondern als strategischer Hebel für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Doch wie gelingt der Weg zur TISAX-Konformität, insbesondere wenn das Berechtigungskonzept noch Lücken aufweist? Dieser Artikel gibt IT-Verantwortlichen einen praxisnahen Überblick, wie sie ihr Unternehmen optimal auf das TISAX-Audit vorbereiten, regulatorische Anforderungen sicher erfüllen und mit einer modernen Identity Governance & Administration-Lösung wie Garancy nachhaltige Vorteile erzielen.

Was ist TISAX und warum ist es für Ihr Unternehmen relevant?

Trusted Information Security Assessment Exchange, kurz TISAX, ist der von der deutschen Automobilindustrie entwickelte Standard für Informationssicherheit und Datenschutz in der Lieferkette. Im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA) verwaltet die ENX Association das TISAX-System.

Ziel ist es, einheitliche und nachvollziehbare Sicherheitsstandards für alle Unternehmen zu schaffen, die mit sensiblen Daten – etwa Prototypen, Entwicklungsunterlagen oder personenbezogenen Informationen – arbeiten.

Relevanz für mittelständische Unternehmen

TISAX ist für alle Unternehmen verpflichtend, die als Zulieferer, Dienstleister oder Partner für Original Equipment Manufacturer (OEMs) und Tier-1-Zulieferer tätig sind – unabhängig von der Größe. Ohne ein gültiges TISAX-Label ist der Marktzugang in der Automotive-Branche faktisch ausgeschlossen. Darüber hinaus gewinnt der TISAX-Standard auch in anderen Branchen wie Luftfahrt, Energie oder Rail an Bedeutung.

Zentrale TISAX-Anforderungen: Was wird geprüft?

Die TISAX-Anforderungen sind im VDA ISA-Katalog detailliert beschrieben und gliedern sich in drei Hauptbereiche:

  1. Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS): Ein wesentlicher Bestandteil von TISAX ist der Aufbau und Betrieb eines ISMS. Dazu gehören die systematische Risikobewertung, die Umsetzung technischer und organisatorischer Schutzmaßnahmen sowie die regelmäßige Überprüfung ihrer Wirksamkeit.

  2. Physische Sicherheit und Zugriffskontrolle: Ein weiterer Prüfbereich umfasst den kontrollierten Zugang zu besonders sensiblen Unternehmensbereichen, etwa in Forschung und Entwicklung (Research & Development – R&D). Ziel ist es, wirksame Schutzmaßnahmen gegen Diebstahl, Sabotage und Spionage zu gewährleisten.

  3. Schulung, Sensibilisierung und Governance: TISAX legt großen Wert auf die menschliche Komponente der Informationssicherheit. Dazu zählen regelmäßige Awareness-Schulungen, eine klare Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten sowie die vollständige Dokumentation aller Zugriffsrechte und -vergaben.

Spezielle Anforderungen für den Mittelstand

Der TISAX-Bewertungsprozess ist skalierbar und kann an die Größe und das Risikoprofil Ihres Unternehmens angepasst werden. Ziel ist nicht Perfektion, sondern die angemessene Umsetzung und kontinuierliche Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen.

TISAX-Audit: Ablauf und Assessment-Level im Überblick

Der Zertifizierungsprozess folgt einem klaren Ablauf:

  • Registrierung im ENX-Portal und Festlegung des Prüfumfangs

  • Selbstbewertung anhand des VDA ISA-Fragenkatalogs

  • Audit durch einen akkreditierten Prüfdienstleister (remote oder vor Ort, je nach Level)

  • Ergebnisbereitstellung und Erhalt des TISAX-Labels (gültig für 3 Jahre)

Assessment-Level im Vergleich

Prüfungsform

Prüftiefe

Typische Anforderung

TISAX Level 1 (AL1)

Selbstbewertung

Gering – nur intern relevant

Kaum genutzt für OEMs

TISAX Level 2 (AL2)

Remote Audit

Dokumentenprüfung, Plausibilitätscheck

Schutz von IP, Entwicklungsdaten

TISAX Level 3 (AL3)

Audit vor Ort

Umfassende Prüfung, inkl. physischer Kontrolle

Prototypenschutz, höchste Anforderungen

Für die meisten mittelständischen Zulieferer ist das Assessment Level 2 (AL2) Standard. Im Zuge des TISAX-Audits prüft der Auditor per Remote-Interview und Dokumentenreview, ob ihr ISMS und ihre Zugriffskonzepte den Anforderungen entsprechen.

Use Case: Zugriffskontrolle und Prototypenschutz in R&D

Ein besonders sensibler Anwendungsfall ist der Schutz von Entwicklungsbereichen, in denen Prototypen, Fahrzeugteile oder vertrauliche Daten verarbeitet werden. TISAX verlangt, dass nur autorisierte Personen Zugang erhalten und jede Vergabe von Berechtigungen lückenlos dokumentiert wird. Gerade hier stoßen klassische Berechtigungskonzepte schnell an ihre Grenzen – etwa durch unübersichtliche Rollenmodelle, fehlende Rezertifizierungen oder manuelle Prozesse.

Die Lösung: Eine moderne Identity Governance & Administration (IGA)-Software wie die Garancy Suite automatisiert die Vergabe, Kontrolle und Dokumentation von Zugriffsrechten. Sie ermöglicht:

  • Zentrale Verwaltung aller Identitäten und Berechtigungen

  • Automatisierte Rezertifizierungen und Audit-Trails

  • Nachvollziehbare Dokumentation für das TISAX-Audit

  • Effiziente Umsetzung von Trennungs- und Vier-Augen-Prinzipien

TISAX vs. ISO 27001: Was sind die Unterschiede?

Während sowohl TISAX als auch ISO 27001 anerkannte Standards für Informationssicherheit sind, unterscheiden sie sich in Zielsetzung, Anwendungsbereich und Tiefe der Prüfung. TISAX wurde speziell für die Automobilindustrie und ihre Lieferkette entwickelt, während ISO 27001 branchenübergreifend eingesetzt wird.

Der folgende Vergleich zeigt, worin die wesentlichen Unterschiede liegen – und warum viele Unternehmen auf eine Kombination beider Standards setzen.

Merkmal

TISAX

ISO 27001

Fokus

Automobilindustrie, Lieferkette

Branchenübergreifend

Basis

VDA ISA, erweitert um Prototypenschutz

Internationaler Standard

Zertifikat / Label

TISAX-Label (ENX-Platfform)

ISO-Zertifikat

Audit-Tiefe

Je nach Assessment-Level

Audit-basiert, jährliche Reviews

Überlappungen

ISMS, Zugriffskontrolle, Risikomanagement

ISMS, Zugriffskontrolle, Risikomanagement

Viele Unternehmen kombinieren beide Standards, da sich zahlreiche Anforderungen überschneiden. TISAX adressiert jedoch zusätzliche branchenspezifische Risiken wie den Prototypenschutz.

Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für den Mittelstand

Gerade für mittelständische Unternehmen sind folgende Punkte erfolgskritisch:

  • Dokumentationsaufwand: Die lückenlose Dokumentation aller Prozesse und Berechtigungen ist Pflicht. Digitale Tools helfen, diesen Aufwand zu minimieren.

  • Fachkräftemangel: Automatisierung und Standardisierung entlasten IT-Teams und machen das Thema TISAX auch mit begrenzten Ressourcen handhabbar.

  • Effizienzsteigerung: Durch die Standardisierung des Prüfprozesses und die zentrale Verwaltung von Berechtigungen können Unternehmen ihre internen Abläufe optimieren und Auditkosten senken.

Mit der richtigen Strategie und Software zum TISAX-Erfolg

TISAX ist für kleine und mittelständische Unternehmen der Automobilindustrie und angrenzender Branchen längst mehr als ein „Nice-to-have“. Es ist der Schlüssel zu neuen Geschäftsmöglichkeiten, nachhaltigem Marktzugang und einer resilienten, effizienten Organisation.

Mit einer modernen IGA-Lösung wie der Garancy Suite schaffen Sie die Basis für ein revisionssicheres Berechtigungskonzept, erfüllen alle regulatorischen Anforderungen und positionieren Ihr Unternehmen als vertrauenswürdigen Partner in der digitalen Lieferkette.


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Autor

Beta Systems Mitarbeiter Phillip Paul
Phillip Paul
Product Manager

Phillip ist seit 2022 bei Beta Systems tätig und sorgt dafür, dass Unternehmensprozesse rund um die digitale Identität in Europa reibungslos, sicher und präzise ablaufen. Mit fundierter Erfahrung im Sales- und Development-Bereich setzt er technisch und regulatorisch komplexe Anforderungen des Identity & Access Management (IAM) mit der Garancy Suite nutzerzentriert und automatisiert um. Als Produktmanager und Product Owner unterstützt Phillip sowohl strategisch als auch operativ, damit Garancy mit jedem Release die Arbeit von Kunden und Partnern weiter verbessert und die Marktführerschaft in Europa ausbaut.

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